Oceanbird Photocredit Wallenius Marine

Schiffe mit Rückenwind

Der Klimawandel erfordert Umdenken bei den Antriebstechnologien. Als unterstützendes Element kommt wieder Wind ins Spiel.

Der Fahrplan der Weltschifffahrtsorganisation IMO sieht eine erhebliche Senkung der CO2-Emissionen in der internationalen Seeschifffahrt vor. Derzeit tüfteln Forscher an den unterschiedlichsten Systemen, um die Schiffe umweltfreundlicher zu machen. Ganz vorne mit dabei: die Windenergie. „Der Wind ist ein Klassiker unter den Schiffsantrieben. Und er kann im Zusammenspiel mit anderen Antriebstechnologien eine wichtige Rolle spielen, um Emissionen der Schifffahrt weiter zu reduzieren“, sagt Ralf Nagel, Geschäftsführendes Präsidiumsmitglied beim Verband Deutscher Reeder (VDR).

In kaum einem Szenario spielt ein kompletter Schiffsantrieb eine Rolle – zu unzuverlässig sind die Windverhältnisse, zu eng getaktet sind die Zeitpläne der internationalen Schifffahrt. Es läuft also daher im Wesentlichen auf eine intelligente Segelunterstützung hinaus – etwa durch den altbewährten Flettner-Rotor. So hat die Reederei Scandlines erst kürzlich ihre Hybrid-Fähre „Copenhagen“ mit einem 30 Meter hohen zylinderförmigen Rotorsegel nachgerüstet. Auf hoher See wird der Zylinder mit Elektromotoren automatisch in Drehung versetzt. Durch Sog- und Staudruckkräfte entsteht Vortrieb. Je stärker die Rotation, desto weniger müssen die Schiffsdiesel arbeiten. Einsparpotenzial: rund 5 Prozent.

Segel aus Metall

Das katalanische Start-up bound4blue hat ein intelligentes Segelsystem entwickelt. Die Segel sind allerdings nicht aus Stoff, sondern aus Metall. „Damit sparen die Reedereien bis zu 40 Prozent Brennstoff und die entsprechenden Emissionen ein“, sagt Cristina Aleixendri, COO des Unternehmens.

Noch ambitionierter ist das Projekt „Oceanbird“ der Reederei Wallenius: Der neue windgetriebene Transporter für bis zu 7.000 Pkws soll mit fünf jeweils 80 Meter hohen flexiblen Segel-Masten bestückt sein und laut den Experten der Technischen Hochschule Stockholm gegenüber herkömmlichen Antrieben bis zu 90 Prozent an Emissionen einsparen.

Mit welchen anderen grünen Technologien sich die Windenergie verknüpfen lässt, diskutieren Branchenexperten auf der Umweltkonferenz gmec im Rahmen der SMM DIGITAL.

Gestreamt wird am Mittwoch, den 3. Februar von 9:30 bis 15:40.

Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung nicht erforderlich.

 

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