Hamburg, 17. Juni 2026 - Die weltpolitische Lage zwingt zum Handeln: Zahlreiche Länder investieren in den Ausbau ihrer Seestreitkräfte, in unbemannte Systeme und den Schutz kritischer Infrastruktur. Vor diesem Hintergrund bringt die MS&D – Internationale Konferenz & Expo für maritime Sicherheit & Verteidigung am 3. und 4. September in Hamburg hochrangige Entscheidungsträger aus Marine, Industrie und Politik zusammen. Denn maritime Sicherheit entwickelt sich zunehmend zu einem strategischen Wettbewerbs- und Resilienzfaktor für Schifffahrt, Häfen und globale Lieferketten. Auf der heutigen gemeinsamen Pressekonferenz zu SMM 2026, MS&D Konferenz & Expo und ALL ABOUT PORTS gaben die Organisatoren Einblicke in das Konferenzprogramm und diskutierten die wachsende Bedeutung maritimer Sicherheit für Schifffahrt, Häfen und kritische Infrastruktur.
„Maritime Sicherheit ist heute ein gemeinsames Thema von Marine, Industrie und Politik. Die Aufgaben reichen von der Sicherung kritischer Infrastruktur bis zur Weiterentwicklung maritimer Fähigkeiten. Die zentrale Aufgabe besteht darin, industrielle Kapazitäten, Beschaffungssysteme und technologische Innovationen voranzubringen. Genau diesen Dialog wollen wir mit der MS&D Konferenz fördern“, sagt Konteradmiral a. D. Karsten Schneider, Präsident des Deutschen Maritimen Instituts und Programmverantwortlicher der MS&D Konferenz.
Die Bedeutung maritimer Sicherheit wächst weit über den Sicherheitsbereich hinaus. Sie wird zunehmend zu einem strategischen Faktor für Schifffahrt, Häfen, kritische Infrastruktur und globale Lieferketten. „Maritime Sicherheit wird oft auf militärische Aspekte reduziert. Tatsächlich betrifft sie heute auch Handel, Energieversorgung, Häfen und kritische Infrastruktur. Genau diese Zusammenhänge gewinnen für die maritime Wirtschaft zunehmend an Bedeutung“, sagt Claus Ulrich Selbach, Vice President Exhibitions Maritime & Energy bei der Hamburg Messe und Congress. .
Das Konferenzprogramm greift die zentralen Herausforderungen der maritimen Sicherheit auf – von Europas maritimen Fähigkeiten und hybriden Bedrohungen über den Schutz kritischer Infrastruktur bis hin zu Cybersecurity, Unterwassertechnologien und unbemannten Systemen.
Maritime Fähigkeiten, maritime Anforderungen
Den Auftakt des Konferenzprogramms bilden Europas maritime Fähigkeiten und die Anforderungen an die Sicherheit der Handelswege. Mit dabei ist unter anderem Giovanni Cremonini, der den Bereich Maritime Sicherheit beim European External Action Service leitet. Irina Haesler, Mitglied der Geschäftsleitung und Leiterin der Brüsseler Vertretung des Verbands Deutscher Reeder (VDR),
betont, dass Schifffahrt die Welt verbindet und wie kein anderer Verkehrsträger für freien Handel und offene Märkte steht, mahnt aber zugleich: „Ohne Sicherheit gibt es keine Freiheit und ohne Freiheit keinen Wohlstand.“ Vizeadmiral Axel Deertz, stellvertretender Marineinspekteur und Befehlshaber der Deutschen Flotte, widmet sich in seiner Keynote den Anforderungen moderner Seekriegsführung. Im Mittelpunkt stehen die Auswirkungen hybrider Bedrohungen und die Anforderungen an moderne Seestreitkräfte.
Hybride Bedrohungen, innovative Systeme
Neben strategischen und operativen Fragen der Seekriegsführung rücken auf der MS&D Konferenz auch technologische Innovationen und neue Bedrohungsszenarien in den Fokus. Eine wichtige Rolle spielen Technologien für den Unterwasser-Einsatz. Über deren Potenziale und Einsatzmöglichkeiten diskutieren unter der Moderation von Prof. May-BrittStumbaum vom George C. Marshall Center for Security Studies Malte Kutscher vom Kieler Ortungssystemspezialisten ELAC Sonar und Dr. Moritz Lehmann, Senior-Ozeanograf beim neuseeländischen Unternehmen Starboard Intelligence, das Lösungen zur Überwachung maritimer Aktivitäten anbietet.
Welche Prioritäten die Verantwortlichen bei der Beschaffung auf nationaler und europäischer Ebene setzen, erläutert Vizeadmiral CarstenStawitzki, Abteilungsleiter Ausrüstung im Bundesministerium der Verteidigung, in seiner Opening-Keynote am zweiten Konferenztag. Der Schutz des NATO-Bündnisgebietes könne nur durch internationale Kooperationen erreicht werden, so Stawitzki.
Ein weiterer Schwerpunkt der Konferenz sind die aktuellen Entwicklungen auf dem Feld der maritimen Sicherheit. Thomas Kazakos, Generalsekretär des globalen Reederverbands International Chamber of Shipping, wird dabei die zunehmenden Auswirkungen geopolitischer Konflikte auf die weltweite Schifffahrt thematisieren. Diese gehörten aus seiner Sicht zu den größten Herausforderungen für die Branche, insbesondere für Seeleute, die in Hochrisikogebieten im Einsatz seien. Deren Sicherheit und Wohlergehen müssten daher höchste Priorität haben. Er trifft hier unter anderem auf Dr. Gregor Krah, CEO von Cypurge. Krah und sein Team unterstützen Unternehmen dabei, sich vor Cyberbedrohungen zu schützen.
Industrie und Streitkräfte enger vernetzen
Zum Abschluss richtet die MS&D Konferenz den Blick auf bemannte und unbemannte Systeme. Zu den Sprechern zählt unter anderem Konteradmiral Christian Bock. „Zahlreiche Lösungen eignen sich sowohl für den zivilen als auch für den militärischen Einsatz. Gerade diese Dual-Use-Technologien machen Sicherheit und Verteidigung zu einem wichtigen Wachstumsfaktor für die maritime Wirtschaft. Die MS&D Konferenz adressiert alle relevanten Aspekte an der Schnittstelle zwischen Marinestreitkräften und Industrie und ergänzt die SMM damit perfekt“, sagt Konteradmiral a.D. Karsten Schneider.
Die Naval Hall B8 bildet vom 1. bis 4. September 2026 das Zentrum der MS&D – Internationale Konferenz & Expo für maritime Sicherheit & Verteidigung – im Rahmen der SMM in Hamburg. Dort findet am 3. und 4. September die internationale MS&D Konferenz auf der Naval Stage statt. Die begleitende MS&D Expo präsentiert während des gesamten Messezeitraums Technologien, Systeme und Lösungen für maritime Sicherheit und Verteidigung.

