Maritime Wirtschaft setzt auf Effizienz, Innovation und Resilienz

Branchenvertretende sehen Technologie, Wettbewerbsfähigkeit und Zusammenarbeit als Schlüssel für die maritime Transformation

Hamburg, 17. Juni 2026 – Geopolitische Unsicherheiten, Dekarbonisierung, Digitalisierung und neue Anforderungen an Energieeffizienz verändern die maritime Wirtschaft grundlegend. Auf der heutigen gemeinsamen Pressekonferenz zu SMM 2026, MS&D Konferenz & Expo und ALL ABOUT PORTS diskutierten führende Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie, Schifffahrt, Hafenwirtschaft und maritimen Organisationen die zentralen Herausforderungen und Chancen für die Zukunft der Branche. Die Teilnehmenden waren sich einig: Die maritime Transformation kann nur gelingen, wenn alle enger zusammenarbeiten. „Die spannendsten Entwicklungen entstehen derzeit nicht innerhalb einzelner Bereiche, sondern an deren Schnittstellen. Dort zeigt sich, wie sich die maritime Wirtschaft verändert – und wohin sie sich entwickelt. Mit der SMM, der MS&D Konferenz & Expo und ALL ABOUT PORTS schaffen wir in Hamburg den Rahmen, um genau diese Entwicklungen aus unterschiedlichen Perspektiven zu diskutieren“, sagte Claus Ulrich Selbach, Vice President Exhibitions Maritime & Energy bei der Hamburg Messe und Congress.  

Während die SMM entscheidenden Fragen der maritimen Wirtschaft in den Mittelpunkt stellt, rückt die MS&D Konferenz & Expo aktuelle Herausforderungen der maritimen Sicherheit und Verteidigung in den Fokus. ALL ABOUT PORTS ergänzt das Spektrum um die Rolle der Häfen als Energie-, Infrastruktur- und Logistikstandorte der Zukunft. Dabei rücken Häfen zunehmend in den Mittelpunkt der Diskussion über Resilienz, Energieversorgung, Dateninfrastruktur und Sicherheit.

„Häfen sind längst mehr als nur Orte, an denen Schiffe be- und entladen werden. Sie entwickeln sich zu zentralen Knotenpunkten für Energie, Infrastruktur, Logistik und zunehmend auch für Daten und Sicherheit. Als strategische Schnittstellen, an denen wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit, Energiesicherheit, digitale Infrastruktur und Verteidigungsbereitschaft zusammenkommen, müssen Häfen widerstandsfähiger, stärker vernetzt und innovativer sein als je zuvor“, sagte Jens Meier, CEO der Hamburg Port Authority (HPA) und Schirmherr von ALL ABOUT PORTS. Auf der Agenda von ALL ABOUT PORTS stehen unter anderem die Rolle von Häfen bei der Energiewende, der Schutz kritischer Infrastruktur, die Digitalisierung und Automatisierung von Hafenprozessen sowie Strategien für resiliente Lieferketten und nachhaltige Hafenentwicklung.

Maritime Transformation wird zur industriellen Herausforderung

Die Anforderungen an die Schifffahrt wachsen. Emissionen müssen gesenkt, Prozesse digitalisiert und Schiffe wirtschaftlich betrieben werden. Die dafür benötigten Technologien entstehen in Werften und bei den maritimen Zulieferern.  

„Die Geopolitik gestaltet die maritime Industrie neu. Neue Märkte, neue Technologien – für die Branche sind dies spannende Zeiten. Unser technologischer Vorsprung hier in Deutschland und Europa eröffnet uns enorme Chancen für starkes Wachstum hier und weltweit. Die SMM ist der Ort, an dem man das erleben und Teil davon werden kann“, sagte Dr. Reinhard Lüken, Hauptgeschäftsführer des Verbands für Schiffbau und Meerestechnik (VSM). Nach Einschätzung von Lüken zählt der Schiffbau heute zu den technologieintensivsten Industrien überhaupt. Alternative Antriebssysteme, digitale Schiffsbetriebsführung, Automatisierung, Künstliche Intelligenz und Cyber-Resilienz werden zu zentralen Anforderungen moderner Schiffe. Gleichzeitig gewinnen Wettbewerbsfähigkeit, technologische Souveränität und Innovationskraft für Europa weiter an Bedeutung.

Energieeffizienz und Digitalisierung prägen die Zukunft

Energieeffizienz ist längst nicht mehr nur ein Nachhaltigkeitsthema, sondern ein Wettbewerbsfaktor. Digitale Anwendungen, Automatisierung und datenbasierte Prozesse helfen dabei, Schiffe und Flotten effizienter zu betreiben und Betriebskosten zu senken. Gleichzeitig werden die Technologien für die maritime Transformation immer komplexer und stärker miteinander vernetzt. Um die Entwicklung neuer Lösungen zu beschleunigen und deren Umsetzung in der Praxis voranzutreiben, gewinnt die internationale Zusammenarbeit entlang der gesamten maritimen Wertschöpfungskette zunehmend an Bedeutung.  

„Die maritime Industrie steht vor einem technologischen Umbruch. Energieeffizienz, Digitalisierung und Automatisierung verändern Schifffahrt und Schiffbau grundlegend. Gleichzeitig steigt der Druck, nachhaltige und leistungsfähige Lösungen schnell in den Markt zu bringen. Die dafür notwendigen Technologien sind zu komplex und die Herausforderungen zu groß, als dass einzelne Unternehmen oder Regionen sie allein bewältigen könnten. Fortschritt entsteht durch internationale Zusammenarbeit, den Austausch von Know-how und die gemeinsame Entwicklung neuer Lösungen“, sagte Hauke Schlegel, Geschäftsführer des VDMA Marine Equipment & Systems. Nach Einschätzung von Schlegel kommt der maritimen Zulieferindustrie dabei eine Schlüsselrolle zu. Als Schnittstelle zwischen Technologieentwicklung, Systemintegration und industrieller Umsetzung trägt sie wesentlich dazu bei, Innovationen in die Praxis zu bringen. Plattformen wie die SMM fördern den internationalen Austausch und schaffen die Voraussetzungen, um technologische Entwicklungen schneller in marktfähige Lösungen zu überführen.

Auch aus Sicht internationaler Klassifikationsgesellschaften verändern geopolitische Entwicklungen, Regulierung und technologische Innovationen die Rahmenbedingungen für Investitionen und Flottenstrategien.  

„Die Schifffahrt befindet sich derzeit an einem sehr interessanten Punkt. Wir erleben aus erster Hand, welchen enormen Einfluss geopolitische Entwicklungen auf die Schifffahrt haben können – sowohl auf die kommerzielle Seite als auch auf die internationalen regulatorischen Rahmenbedingungen. Mit Blick auf die Regulierung handelt es sich eher um eine Bremsschwelle als um eine Mauer. Gleichzeitig unterstreicht dies, wie wichtig es ist, bei den Entscheidungen von heute ausreichend Flexibilität einzuplanen. Die SMM ist der Ort, an dem die Branche genau diese Fragen gemeinsam diskutiert – und das macht Hamburg im September wichtiger denn je“, sagte Rasmus Stute, Vice President und Area Manager Germany bei DNV Maritime. Nach Einschätzung von Stute müssen Reedereien heute mehr regulatorische Anforderungen denn je berücksichtigen. Gleichzeitig gewinnen Energieeffizienz, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und neue Technologien weiter an Bedeutung. Klassifikationsgesellschaften tragen dazu bei, Innovationen sicher in die Praxis zu überführen und Unternehmen Orientierung in einem zunehmend komplexen Umfeld zu geben.

Resilienz wird zum Erfolgsfaktor globaler Lieferketten

Für Reedereien rückt die Frage in den Vordergrund, wie Lieferketten auch unter schwierigen geopolitischen Bedingungen verlässlich funktionieren können. Geopolitische Krisen und Störungen wichtiger Handelsrouten haben gezeigt, wie eng Sicherheit, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Versorgungssicherheit miteinander verbunden sind.  

„Aus Sicht einer Reederei schaffen Innovationen nur dann einen Mehrwert, wenn sie im täglichen Betrieb funktionieren. Die Technologien, die wir benötigen, müssen die Effizienz steigern, die Sicherheit erhöhen und eine wirtschaftlich tragfähige Dekarbonisierung unterstützen. Sie sollten zudem das Leben und Arbeiten an Bord für Seeleute erleichtern, die diese Systeme letztlich jeden Tag bedienen. Gleichzeitig haben jüngste geopolitische Entwicklungen gezeigt, dass Resilienz zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor für globale Lieferketten geworden ist. Das macht die Zusammenarbeit innerhalb der maritimen Branche wichtiger denn je“, sagte Silke Lehmköster, Managing Director Fleet bei der Hapag-Lloyd AG.

Die Themen wachsen zusammen

Der Austausch auf der Pressekonferenz zeigte, wie eng die zentralen Herausforderungen der maritimen Wirtschaft inzwischen miteinander verknüpft sind – von Energieeffizienz und Digitalisierung über maritime Sicherheit bis hin zur Rolle der Häfen als Energie-, Infrastruktur- und Logistikstandorte. Mit SMM, MS&D Konferenz & Expo und ALL ABOUT PORTS werden diese Perspektiven Anfang September erstmals auf einer gemeinsamen Plattform in Hamburg

Großes Schiffspropeller‑Exponat vor dem Eingang der Hamburg Messe, mehrere Personen im Vordergrund; auf der Glasfassade steht „Hamburg Messe + Congress“.

Kontakt

Nele Bruns
PR Manager
T. +49 40 3569-2439